Gedichte des Monats

2021 - Gedichte des Monats

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Im neien Joahr

 

Im neien Joahr

oiss besser machn?

Pass auf,

ma überhebt si leicht!

 

Versuach grad

ebbas besser z’machn.

Des nimm dir vor,

des schaffst vielleicht


A Stern

 

A Stern hat den Weg aufzoagt

hi zu dem Stoi

für d Heiling Drei Kinig -

den Weg dazumoi.

 

A Stern waar aa heit no gfragt,

liachtstoark und hell.

De Welt is zwar ausgleucht,

doch meistens vie z’grell.

 

Des blendt und des täuscht ins

und macht ins ganz blind,

drum find ma den Weg nimma

hi zu dem Kind.

 

Ma müaßat beizeitn

de Liachter ausschoitn,

si öfters ans Schlichte

und Oafache hoitn.

 

Na sahgat ma irgendwann

wieder den Stern,

der hinführt zur Liab,

na kunnts Weihnachtn wern,

 

na kunnts in oam selber

Weihnachtn wern.

Da Advent

 

Laut is er worn, da Advent

und hecktisch und kitschig und grell,

a Joahrmarkt mit Glitzer und Glanz,

vie z’teuer, vie z’bunt uns vie z’hell.

 

Zeit der Erwartung auf mehra,

auf Gschenka, auf Luxus und Pracht.

Des Wünschn, des Woin und des Möchtn

beherrscht den Advent iatz mit Macht.

 

Staad kunnt er wern, da Advent,

für den, der mit Gwohnheitn bricht.

Ma brauchert dazua gar nix Bsunders,

des Zauberwort hoaßat VERZICHT.

A eisigs Gwand

 

Wia jeds Joahr habm s a Zeitl grunga,

Frost gegn Wärm. Da Frost hat gwunga.

De letzte Herbstgluat is verglüat,

de letzte Rousn längst verblüaht.

 

De beißert Kältn is a Plag,

sie peinigt s Land iatz Tag für Tag.

Wann Eis und Frost so streng regiern,

werd draußt im Frei'n boid oiss dafriern.

 

Da treibt da Wind a Woiknmeer

ois Rettung van Atlantik her.

Weil d Woikn bei ins hängableibm,

fangts Gott sei Dank iatz o zan schneibm.

 

A weißs Dabarma is des Gwand,

des ausbroat werd aufs gschundne Land,

de Baam hüllts ei‘ und s Feld deckt s zua,

es warmt und schützt oiss vor da Gfrua.

 

A eisigs Gwand, so is des ebm,

a eisigs Gwand hoit s Lebm am Lebm.

I möcht goar nit passn

 

Wia guad dass ma is

und wia weit dass ma kimmt,

oiss werd heit gmessn,

bewert' und bestimmt.

 

Aa bei mir schaun de Leit,

wia i a so bi.

Pass i ins Format,

in eah Philosophie?

 

Doch i dua auf eah Urteil

nit oizuvie gebm.

Sie nehman ois Eichmaß

ihr eigenes Lebm

 

und richtn und sagn oam glei

„wia oder was“.

Doch i möcht goar nit passn

ins festgsetzte Maß.

 

I möcht gern oi Tag

meine Traamfad'n webm,

möcht doa, wia i moa

und mei Lebm oafach lebm.

 

I möcht goar nit passn,

i möcht oafach lebm!

Is des mei Welt?

 

Was is des für a Welt!

Was is des heit bloß für a Welt,

wos grad no Fingerhakler gibt!

 

A Jeder möcht da Stärkre sei

und ziagt den Andern übern Tisch.

Dabei werd trickst, aa oft betrogn.

Lasst kuiz moi nach, werst übrezogn.

 

Du fragst di dann: Bist z’schwach? Bist z’bled?

Da kimmt dir glei a Dritter kred,

den ziagst iatz du frei übern Tisch.

Drauf fühlst di wieder stoark und frisch.

 

So gehts heit zua auf insrer Er(d)n.

I möcht koa Fingerhakler wern.

Für des mach i koan Finger krumm.

De Haklerei, de is ma z’dumm.

 

Mei Welt schaut anders aus.

De Liab duad guad

 

De Liab warmt s Herz,

so wia ma woaß.

So lang ma jung is,

brennt sie hoaß.

 

Im Alter dann

werd sie za Gluat.

Aa da duad d Liab

no richtig guad.

Rafft oiss zamm

 

Rafft oiss zamm

grad krein und krein

ja nix hergebm

nix verleihn

 

s zählt grad s Habm

es zählt grad er

mag nit teil

schenkt nia was her

 

oiwei mehra

nia is s gnuag

oiwei vojer

werd da Kruag

 

was er hat

lasst er nit foin

hoit es fest

ins seine Kroin

 

schleicht ins Bluat

frisst si ins Hirn

ziagt oam Foitn

auf de Stirn

 

für de Welt

is er a Fluach

- da RUACH

Zur Geburt unserer kleine Heidi,

meinem 8. Enkelkind

 

A so a Freid

 

Bist gwachsn in

a Zwischnwelt.

Schee woarm is s gwen

und gschützt und woach.

 

Doch iatz werds eng.

Du soitst iatz außa.

Ma woart ja scho auf di.

 

Kimmt dann dei Stund,

ringst du nach Lebm.

Du muaßt durchs Dunkle durche.

 

Doch dann a Licht,

a heller Schroa,

a Wunder. Du bist da!

 

A so a Freid!

Vie Glück mei Kind

und Gottes Segn!

Es is dei Zeit.

                        Gedanken zur Wahl 2021

 

A greans Mantei

 

A Flut hat gach oiss wegat gschwemmt,

reißt mit, was sich dagegn stemmt.

Oh heiliger Christopherus

bring du ins sicher übern Fluss.

 

Und anderswo is s Land verbrennt.

Nimmt denn des Unheil goar koa End?

Sankt Florian, lösch d Feuer aus,

verschon de Wälder, s Dorf und s Haus.

 

Es Heilign, kinnts es ins rettn?

Schaut aus, ois helfat grad no betn.

 

S kunnt sei, dass ma boid resigniert,

wann ma so siahgt, wer ins regiert.

 

De möchtn, dass ma s wieder wählt

und sagn, dass „jede Stimme“ zählt

- für d Umwelt. Doch sie moanan SICH.

Vie z’lang scho lassn s ins im Stich.

 

Sie ziagn si a greans Mantei o,

a Mantei, des ma ablegn ko.

A jeder möcht no greaner sein,

doch meistns is des grad zan Schein.

 

Wann nach da Wahl a „Gerstl“ lockt,

na werd de Welt aufs Neu verzockt,

für Geld werd wieder oiss verzockt.

Was da Mensch nit ko

 

Da Mensch studiert, da Mensch probiert,

er forscht, er lernt, greift nach de Stern,

möcht oiss durchschaun, möcht schlauer wern.

Waoß er was nit, lassts eahm koa Ruah.

Des liegt bei eahm in da Natua.

 

Der Drang nach Wissn is ins gebm,

er bringt für ins a bessers Lebm.

Geht durch den Fortschritt d Umwelt drauf,

wanns ins grad nutzt, nimmt mas in Kauf.

 

Mia mögn nit gern auf was verzichtn,

mia mögn guad lebm, auf nix verzichtn.

Verzicht is, was da Mensch nit ko!

Des gspür i und i glab nit dro,

dass s für de Welt a Rettung gibt.

 

De Erdn werd dann trotzdem b’steh,

doch s Lebm und mia, mia wern vergeh,

grad mia - fürcht i - mia wern vergeh.


Iatz hoff i grad, dass des nit stimmt

und dass s am End ganz anders kimmt!

Kreislauf?

 

Mehr Wachstum hat bisher

mehr Umwelt zerstört.

 

Gegn Umweltzerstörung

bräuchts Gelder aus Steuern.

 

Mehr Steuer soit iatz

durch mehr Wachstum aufkemma.

 

Mehr Wachstum werd nacha … ?

Nach dem Krieg: Rechter Arm amputiert, linke

Körperseite 10 Jahre bis zu seinem Tod gelähmt.


Vata

 

S hat a krankhafts, bös' Hirn

de ganz Welt überfoin.

Es trifft di koa Schuid,

doch du muaßt dafür zoihn.

 

Oa Arm liegt in Russland,

im andern - koa Gspüar,

denn dei Körper is leblous.

Verlorn kimmst da vüar.

 

Ma muaß di iatz fuattern,

di waschn, rasiern,

di ausziagn, di oziagn,

di oi Tag frisiern.

 

Und du konnst grad zuaschaun.

Für di is s a Graus.

A Frau und vier Kinder,

an Hof und a Haus.

 

Joahraus und joahrein

in dir selber drin gfanga.

Wia soi da dei Kraft

no für andere glanga?

 

Wia soitst du da Vorbild sei,

Kindern was zoagn,

wia soitst ins was lerna,

wia soitst für ins sorgn?

 

I hätt gern wen ghabt,

dem i nacheifern ko.

Doch wia hätt des geh soin?

A z‘brochener Mo!

 

So vie Load hat der Kriag bracht,

drum kriag i mei Wuat,

wann i siahg, wia s heit nachwachst

de „gleich braune Bruat“.


Und i denk an di - Vata,

dei Schicksoi, dei Lebm.

Deine Traam habm s zerstört.

Du hättst gern mehra gebm.

 

Trotz oim bin i dankboar,

tiaf drinnan in mir

gspür i heit no de Liab,

de i kriagt hab - va dir.

Vata unser, warum


Wia si oiss draht

Außeschrein

De Berg - mei Dahoam

Was Bessers

Weil er a Puppn tragt

Dro gla(u)bm


Biblwort und Größnwahn

I mag nit

Mit dir

 

Überschrittn?

2020 - Gedichte des Monats

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Was ma braucht

Weihnachtsfriedn

Des kimmt nit infrage

Woik und Stoa

Grouße Augn

I mag no nit

Gipfeglück

Erinnerungen


Sophia   (3 Jahre)

Michi   (1 ½ Jahre)

Schwoarze Vögl

Mach s Beste draus

S Weiterlebm

S Ewige Lebm

Mei grouße Liab


Früahling am Berg

Ab und zua

Nach Corona

Corona

Mei Zeit am Berg

Oiss hat sein Preis

Überlebm

Schnäppchen

D Leit re(d)n vie